Das kleine maritime Technik-Glossar

AIS

AIS steht für "Automatic Identification System" und ist ein auf GPS und VHF basiertes System zur Kommunikation von Schiffen untereinander. Gemeint ist hier tatsächlich die Kommunikation der Schiffe, ohne Zutun eines Menschen.
Ein mit AIS ausgerüstetes Schiff sendet unaufhörlich in digitaler Form Daten über sich aus. Als wichtigstes Datum sendet es seine Position in kurzen Intervallen. Zusätzlich hierzu sendet es seinen Kurs, seine Geschwindigkeit, Drehrichtung- und Geschwindigkeit sowie seine Erkennungsdaten (Name, MMSI, Rufzeichen usw.)

Ein diese Daten empfangendes Schiff kann nun die Position des Schiffes und Angaben zu seiner Bewegung auf einem Kartenplotter darstellen. Dabei errechnet der Schiffscomputer die Wahrscheinlichkeit einer Kollision. Ist diese gegeben, löst das System einen Alarm aus. AIS trägt so zur Kollisionsverhütung bei. Hier gibt es detaillierte Informationen.

ATIS

Das "Automatic Transmitter Identification System" ist für Funkstationen vorgeschrieben, die sich in europäischen Binnengewässern bewegen.
Hierfür wird dem Schiff eine ATIS-Kennung zugewiesen, in der das weltweit eindeutige Rufzeichen des Schiffes verschlüsselt ist. Diese Kennung wird nach jedem Sendevorgang digital ausgesendet.

Weitere Informationen gibt es hier.

Bow Thruster (Bugstrahler oder Bugstrahlruder)

Der Bugstrahler wird auch gerne Bugstrahlruder genannt, was aber falsch ist, es ist kein Ruder. Vielmehr handelt es sich um einen im Bug quer zur Fahrtrichtung eingebauten Propeller, der den Bug zu beiden Seiten verschieben kann. Dies hat zwar in Fahrt den Effekt eines Ruderausschlages, wird aber nicht durch eine angeströmte Ruderfläche erzeugt, sondern durch den Schub des Propellers.

Der Bugstrahler ist sehr vorteilhaft bei Manövern auf engem Raum, bei Wind und leichter Strömung und verleiht in Verbindung mit einem Heckstrahler auch einem einmotorigen, wellengetriebenem Schiff wie der Jupiter nahezu unbegrenzte Manöverierbarkeit.

In der Sportschiffahrt wurden Seitenstrahler lange Zeit als schalt- aber nicht regelbare Antriebe verbaut. Dies hat den Nachteil, dass immer nur die volle Schubkraft abgerufen werden kann. Kleinere Lagekorrekturen, wie sie bei umsichtig gefahrenen Manövern oftmals nötig sind, sind so schwierig bis unmöglich durchzuführen. Viele Sport-Skipper wurden so von ihren Seitenstrahlern regelrecht überfordert, was der Technik einen zweifelhaften Ruf eintrug.

Seit den späten 2010er Jahren werden jedoch auch proportional regelbare Systeme angeboten. Mit ihnen ist extrem präzises Manöverieren möglich.

DSC

"Digital Selective Calling" ist eine im VHF-Seefunk genutzte digitale Methode der Nachrichtenübermittlung. Dabei kann ein einzelner Adressat anhand seiner MMSI, eine Gruppe von Schiffen oder alle Schiffe angesprochen werden.

DSC-Notrufe werden z.B. per Knopfdruck ausgelöst. Zuvor kann die Art des Notfalles spezifiziert werden. Die Funkstation sendet daraufhin digital ständig den Notruf, versehen mit Absenderdaten sowie der aktuellen Position aus.

MMSI

Die "Maritime Mobile Subscriber Identification" ist eine von der ITU (International Telecommunication Union) zugewiesene eindeutige 9-stellige Ziffernfolge, die eine Funkstation im Seefunkdienst bezeichnet. Sie ist im Hinblick auf das DSC-System quasi die "Telefonnummer" des Schiffes. Die MMSI der Jupiter lautet 211557090.